Belfast-Grossbritanien

Belfast

Seit dem 3.5.1921 ist die Industrie- und Hafenstadt Belfast die offizielle Hauptstadt Nordirlands. Als Schauplatz zahlreicher Anschläge der IRA wurde das Stadtbild früher durch Militärpatrouillen geprägt. Die Situation hat sich heute entspannt, sodass der Innenstadtbereich mit seinen Pubs ein beliebtes Einkaufszentrum für Touristen und Einheimische geworden ist. Die Umgebung Belfasts mit der Küste und dem größten Binnensee Großbritanniens (Lough Neagh, 396 km2) ist als Erholungsgebiet sehr beliebt. Die an der Mündung des Lagan-Flusses gelegene Stadt blieb jahrhundertelang unbedeutend, bis die Industrialisierung im 19. Jh. einen wirtschaftlichen Aufschwung verursachte und die Bevölkerung Belfasts rapide anwuchs. Besonders die Baumwoll- und Leinenindustrie förderte die wirtschaftliche Entwicklung Belfasts. Durch den Zusammenschluss der Schiffsbauer Harland und Wolff entstand 1858 in der nordirischen Metropole die damals größte Schiffswerft der Welt, die auch die als unsinkbar geltende „Titanic“ konstruierte. Die Rezession der 20er Jahre leitete den wirtschaftlichen Niedergang Belfasts ein, da die Industrialisierung wesentlich auf importierten Rohstoffen beruhte. Die Entwicklung von Kunststoffen verdrängte die Naturfasern, so dass sich Baumwoll- und Leinenfabriken nicht halten konnten.


Belfast

Grossbritanien

Geografie und Klima: Großbritannien ist erst seit der letzten Eiszeit (vor etwa 10000 Jahren) eine Insel, als sich flache Landteile im Süden absenkten und vom Meer überspült wurden. Norden und Westen der Hauptinsel sowie Nordirland sind von Gebirgen durchzogen. Die mittleren und südöstlichen Gebiete Großbritanniens sind hügelig bzw. flach. Das ozeanische Klima wird vom Golfstrom beeinflusst und ist im allgemeinen durch milde Winter und kühle Sommer gekennzeichnet.

Geschichte: England bzw. (seit 1707) Großbritannien entwickelte sich vom 16. bis 19 Jh. zur führenden See- und Kolonialmacht der Welt. Die alle Lebensbereiche verändernde industrielle Revolution setzte zuerst in Großbritannien ein und sicherte dem Land auch die wirtschaftliche Führungsposition. Durch den Aufstieg anderer Großmächte, die Beteiligung an den beiden Weltkriegen sowie den Verlust der Kolonien verlor Großbritannien im 20. Jh. seine internationale Vormachtstellung.

Politik: Großbritannien ist eine Erbmonarchie mit parlamentarischer Ordnung, aber ohne systematisch aufgezeichnete Verfassung. Der Monarch (seit 1952 Königin Elisabeth II.) übt fast nur noch repräsentative Funktionen aus. Das Parlament besteht aus dem Oberhaus und dem (maßgeblichen) Unterhaus, dessen Abgeordnete vom Volk gewählt werden (Mehrheitswahlrecht).

Bevölkerung: Die Engländer stellen 80% der britischen Bevölkerung, gefolgt von den „keltischen“ Schotten, Walisern und Nordiren; außerdem leben in Großbritannien Angehörige verschiedener ethischer Gruppen, darunter viele Immigranten aus Commonwealth-Staaten. Die Heterogenität der Gesellschaft führt gelegentlich zu offenen Konflikten.

Natur und Umwelt: Das frühere Waldland Großbritannien ist infolge Rodungen nur noch zu weniger als 10% von Wald- oder Buschland bedeckt. In den Berggebieten dehnen sich Torf- und Heidekrautmoore aus. Die Tierwelt ist relativ artenarm. Es dominieren Jagdwild, Kleinsäuger und mehrere Vogelarten.

Reisen und Erholen: Großbritannien und Nordirland bieten eine große Vielfalt an touristischen Attraktionen. Das Spektrum reicht von eindrucksvollen Naturlandschaften bis zu geschichtsträchtigen kulturellen Sehenswürdigkeiten. Die günstigste Reisezeit liegt im Hochsommer zwischen Juni und September; für den Besuch von kulturellen Sehenswürdigkeiten und für London sind aber auch die übrigen Jahreszeiten geeignet.


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